Mehr als Eins – Assistenzdienst für Menschen mit komplexen Traumafolgestörungen
Stand: August 2026 · Lesezeit: 4 Minuten
Von Oliver Straub, Assistenztreff
Auf einen Blick
Was: Mehr als Eins ist der erste Assistenzdienst in Deutschland, der sich gezielt auf komplexe Traumafolgestörungen spezialisiert hat.
Start: Januar 2026.
Gründerin: Quendolin Winter, selbst betroffen, seit über sechs Jahren Peerberaterin und Buchautorin.
Besonderheit: gezielter Einsatz von Peerkompetenz, kombiniert mit trauma-sensibler Schulung und multiprofessioneller Begleitung.
Mehr als Eins ist ein Assistenzdienst, der sich auf die Begleitung von Menschen mit komplexer Lebensgeschichte fokussiert und im Januar 2026 seine Arbeit aufgenommen hat. Traumafolgestörungen entstehen durch wiederholte oder langanhaltende belastende Erfahrungen, häufig in frühen Lebensphasen, und wirken sich auf alle Lebensbereiche aus.
Trotz des hohen Unterstützungsbedarfs gab es bislang kaum spezialisierte Angebote. Mehr als Eins ist der erste Assistenzdienst in Deutschland, der sich gezielt auf komplexe Traumafolgestörungen spezialisiert hat.
Trauma-sensible Strukturen
Sämtliche internen Strukturen sind darauf ausgelegt, mit den Besonderheiten komplexer Traumafolgestörungen professionell umzugehen.
Peerkompetenz als Kernprinzip
Ein besonderer Bestandteil des Konzepts ist der gezielte Einsatz von Peerkompetenz. Die Gründerin und Geschäftsführerin Quendolin Winter ist selbst betroffen, lebt seit vielen Jahren mit Assistenz und arbeitet seit über sechs Jahren als Peerberaterin im Bereich traumabezogene Teilhabeberatung. Ihre Perspektive floss und fließt bewusst in die Ausrichtung des Dienstes ein.
Bei gleicher Eignung werden daher Menschen mit eigener Betroffenheit eingestellt, die ihre Erfahrungen reflektiert und professionell in die Arbeit einbringen.
Multiprofessionelle Begleitung
Gleichzeitig wird der Dienst fachlich begleitet durch eine hausinterne Traumatherapeutin und Fachkräfte im Bereich Eingliederungshilfe sowie weiterer Berufsgruppen. Die berufliche und menschliche Multiprofessionalität der Mitarbeitenden umfasst daher viele Perspektiven, die miteinander arbeiten und sich ergänzen.
Als Autorin des Buches „Helfernetzwerk: Ein Handbuch zu Unterstützungsleistungen für Betroffene von Traumafolgestörungen" ist Quendolin Winter die Kontaktpflege und Zusammenarbeit mit externen Traumatherapeuten, spezialisierten Hilfestellen und Fachanwälten sowie die allgemeine Vernetzung sehr wichtig – das ist fester Bestandteil des Konzepts.
Bei gleicher Eignung werden Menschen mit eigener Betroffenheit eingestellt – ihre Erfahrung wird zur fachlichen Stärke.
Durch diese Kombination aus Spezialisierung, strukturiertem Aufbau und fachlicher Begleitung entsteht ein Assistenzansatz, der auf die komplexen Anforderungen der Zielgruppe ausgerichtet ist und langfristig tragfähige Unterstützung ermöglichen soll.